| Die rasche Bestandsentwicklung von Biogas- und Ko-Fermentationsanlagen, die in den letzten 10 Jahren zu
verzeichnen ist, unterstützt die Klimaziele der Europäischen Union und leistet ihren Beitrag zur Diversifizierung
des Energieangebotes, insbesondere in den regionalen Märkten. Ferner leitet sich aus den politischen
Rahmenbedingungen, die unter diesem Blickwinkel geschaffen wurden, speziell für die Landwirtschaft eine
ergänzende Basis zur Existenzsicherung ab.
Gleichzeitig treten die bei der energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe entstehenden Gärreste,
die als Endprodukte der Biogasgewinnung entstehen, infolge der aktuellen rasanten Mengen-Entwicklung
zunehmend als möglicher Risikofaktor für den Boden- und Gewässerschutz hervor. Risiken resultieren zum
einen aus der schlecht steuerbaren Zusammensetzung/den Inhaltsstoffen dieser Gärreste, zum anderen
bietet die zusätzliche Nutzbarkeit der Biomasse starke Anreize für die Landwirtschaft, stillgelegte Flächen
zu reaktivieren und extensive Nutzungen durch „Energiepflanzen“ zu ersetzen.
Das vorliegende Merkblatt bietet Empfehlungen für einen boden- und gewässerschonenden Anbau von
Pflanzen zur Biomassegewinnung. Es werden die Inhaltsstoffe von Gärresten betrachtet und im Hinblick auf
ihre Rückführung in den Nährstoffkreislauf bewertet.
Die hier zusammengestellten Empfehlungen bieten Landwirten, die nachwachsende Rohstoffe (NawaRo) als
weiteres Standbein ihrer wirtschaftlichen Existenz einsetzen, Anhaltspunkt für eine schonende Landbewirtschaftung
und zur Steuerung der Qualität der Gärreste. Speziell aus Sicht des Boden- und Gewässerschutzes
richten sich die Anregungen und Empfehlungen dieses Merkblattes an die landwirtschaftliche Beratung und
bieten hier eine Grundlage zur konstruktiven Unterstützung der Landwirtschaft für die Wahl langfristiger
Fruchtfolgen beim Anbau von „Energiepflanzen“. |