| Wetterdaten, insbesondere homogene Zeitreihen der Wetterbeobachtung bilden eine wesentliche Grundlage für viele fachübergreifende Planungen und Bewertungen. Vielfach ist der wirtschaftliche Erfolg von Unternehmungen von belastbaren Aussagen über Wetter-Rahmenbedingungen abhängig. Die Nutzergruppen, die an diesen Informationen Bedarf haben, reichen vom Verkehrswesen zu Lande, zu Wasser und in der Luft, über die Landwirtschaft, das Bauwesen und die Wasserwirtschaft bis zur Freizeitgestaltung. Nicht zuletzt werden die lokalen Beobachtungen des Wettergeschehens zur Bewertung des Klimawandels herangezogen.
Vor diesem Hintergrund ist neben den bestehenden amtlichen Wetter-Beobachtungsstationen des Deutschen Wetterdienstes und privatwirtschaftlicher oder „halbstaatlicher“ Institutionen, insbesondere das Netz aus ehrenamtlich getragenen Stationen für die kontinuierliche, flächendeckende Wetterbeobachtung als Voraussetzung für umfassende Wetter-Analysen und -Vorhersagen sowie für fachliche Gutachten für die oben genannten Wirtschaftszweige so besonders wertvoll.
Dabei ist die Durchführung der Beobachtungen und Messungen über einen langen Zeitraum unter möglichst gleichen Bedingungen ein wichtiger Maßstab für die Güte der Datenreihen. Nur dadurch ist es zum Beispiel möglich, aus diesen Daten Erkenntnisse über langzeitige Veränderungen des Klimas zu gewinnen bzw. Rückschlüsse auf die Wirkung von baulichen Veränderungen oder landschaftsgestalterischen Maßnahmen auf die klimatischen Verhältnisse in der Umgebung der Station zu ziehen.
In der vorliegenden technischen Regel werden die Vorgaben spezifiziert, die für die Umsetzung der hohen Anforderungen bei der Beobachtung an nebenamtlichen Stationen zu berücksichtigen sind. Der Fokus des Arbeitsblattes liegt dabei auf der Niederschlagsbeobachtung. Die Vorgaben richten sich an Betreiber von ehrenamtlich betreuten Messnetzen und die Beobachter vor Ort in gleichem Maße. Die Anleitung wurde im Deutschen Wetterdienst abgestimmt und mit weiteren Betreibern hauptamtlicher und nebenamtlicher Niederschlagsbeobachtungs-Messnetze in der DWA-Arbeitsgruppe „Niederschlag“ ausgearbeitet. |